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Die erwähnte Bootsfahrt auf dem Lake Chamo hat es in
sich. Bereits die Autofahrt zum aufgeweichten Ufer war nur
im Geländewagen mit Vierradantrieb möglich, denn
tagelanger Regen hatte die Maramwege aufgeweicht. Das wartende
Boot war bereits mit einer Africon-Gruppe von vier Personen
besetzt. Dann fahren wir los. Der Zweitakt-Aussenborder
lässt das Metallboot ruhig in Ufernähe dahingleiten.
Mit mehrfachem Anhalten beobachten wir Insassen eine Pelikan-Kolonie,
um danach in eine Krokodilbucht einzubiegen. Bis auf fünf
Meter lässt unser Bootsmann das Boot an die über
ein Dutzend am Ufer liegenden Krokodile heranfahren - dort
gleitet ein Kühlung suchendes Krokodil ins Wasser,
nimmt Kurs auf unser Boot, taucht aber dann unter und sucht
nicht in Bootsnähe seine notwendige Kühlung. Hungrige
Hipos grasen den Seegrund ab und sind leicht vor das Kameraobjektiv
zu bekommen. Ein einzelner Kranich hebt sich in die Lüfte
und verschönt den einzigartigen Eindruck.
Wer länger als ich nicht nur 2 Tage im Gebiet Arba
Minch bleiben kann, wird auf Empfehlung von Mr. Kapo Kansa
und dem Touroperator auch den Ort Chencha besuchen, um Handarbeiten
aus Bambusrohr zu begutachten oder den Nationalpark von
Nechisar zu durchstreifen. Das endemische Swaynes-Tier kann
dort entdeckt werden oder kleine Herden von Zebras und weitere
Tierwelt. Der herrlich bewaldete Bergrücken zwischen
Abaya-See und Chamo-See ist bereits ein Teil des Nationalparks
und ist ein Ruhepol für’s Auge. Wenn der Arba-Minch-Tourist
von der Terrasse des Bekele Mola Hotels den Blick über
diesen Bergrücken namens „Bridge of God“
schweifen lässt, kommt eine wohltuende Geborgenheit
auf, was wohl der geheime Zauber eines Arba Minch-Besuches
ist.
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| Seine fachmännischen Ratschläge
sind bei der Sondierung des Seengebiets sehr hilfreich und
auch seine Zusage, man könne auf eigener Achse von
Arba Minch über Omorate bis nach Ileret in Kenia und
weiter nach Süden Richtung Nairobi fahren, lässt
einen alten Plan einer Ostafrikadurchquerung im eigenen
Wagen wieder aufleben. Das eigene Auto würde dabei
in einem Hafen am Roten Meer anlanden und über Djibouti,
Addis Abeba nach Kenia wechseln, um schlussendlich in Uganda
am Nilursprung bei Jinja am Ziel angekommen zu sein. Wagemutige
Afrikafreunde mögen sich beim Chronisten melden, um
eine solche Kundfahrt durchzuführen.
Für Afrika-Fernflieger, wie für mich als Chronisten,
kommt nicht alle Tage die Gelegenheit, mit einer 18-sitzigen
de Havilland Jet-Prop-Maschine die 500 km nach Arba Minch
zu fliegen. Obwohl nur 4mal wöchentlich die Strecke
geflogen wird, war das Flugzeug nicht ganz voll. Ein Glücksfall
ist in Arba Minch die Begegnung mit Mr. Kapo Kansa, dem
Leiter des Tourist Office. Seine Fleissarbeit, den Stadtplan
und eine Distriktlandkarte mit Tusche auf Transparentpapier
gezeichnet zu haben, gibt uns Touristikern die Möglichkeit,
saubere Detailpläne von Arba Minch und Umgebung als
gute Kopie nach Deutschland mitzubringen
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ARBA MINCH
Ein Maler? Ein Medikament? Richtig: Es ist das Einflugstor
zum äthiopischen Seengebiet im Rift Valley
Der große Grabenbruch (Rift Valley) südlich von
Addis Ababa ist reichlich mit Regen gesegnet und ist ein grünes
Paradies mit umfangreicher Tierwelt, Wäldern und Feuchtgebieten.
Eine gute Stunde braucht die betagte „de Havilland“
nach AMH und bringt 18 Passagiere von Addis Ababa
nach Arba Minch. Die 7 Seen im Rift Valley sind zwar mit knapp
300 km Fahrt von Addis Ababa auf asphaltierter Nationalstraße
erreichbar, jedoch ist der Flughafen AMH Arba Minch ein bequemes
Einflugstor zu den südlichen Seen. Der erst vor 5 Jahren
(2001) fertiggestellte Flughafen überrascht durch die
lange Landebahn und durch die marmorgetäfelte Verkleidung
des Flughafengebäudes und könnte gerne etwas mehr
Flugverkehr brauchen. Die meisten Passagiere fliegen weiter
nach Jinka und bald hebt die zweimotorige Jetprop-Maschine
der Ethiopian Airlines auch ab. Dann fährt am Flughafen
ein Land Cruiser vor mit dem Aufkleber „Ethiopian-German
Commitee“ - es ist nicht mein Transfer, aber so erfahre
ich, daß die Universität Arba Minch aus Deutschland
gefördert wird und neben äthiopischen und indischen
Lehrkräften sind auch holländische Dozenten an der
Uni tätig
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Arba Minch und Sehenswürdigkeiten
Die heftigen Regenfälle der letzten Tage haben die unbefestigten
Straßen aufgeweicht und so kommt der Taxitransfer verspätet
doch noch an. Die zunächst asphaltierte Straße
bringt mich rasch voran und vorbei an einem Baumwollfeld werde
ich informiert, daß dies die einzige Unternehmung ist,
die neben dem üblichen afrikanischen Kleinhandwerk nennenwerte
Einnahmen in Arba Minch hervorbringt. Erst wird die Unterstadt
„Sikala“ durchquert und das „Tourist-Hotel“
am linken Straßenrand passiert bis dann eine Steigung
zur Oberstadt „Checha“ hinaufführt. Über
eine matschige Straße erreiche ich das Swaynes Hotel,
das auf einem Bergsporn erbaut wurde, aber keineswegs mehr
die einzigste Hoteladresse in Arba Minch ist. Seit vielen
Jahren ist das Swaynes Hotel der Ausgangspunkt für eine
Exkursion in das Omo-Valley. Weit über 300 km nehmen
die Geländewagen unter die Räder, welche frühmorgens
ab dem Swaynes Hotel aufbrechen.
Diesmal ist bei mir ein Besuch des Omo-Stammes, deren Frauen
Unterlippenscheiben tragen, nicht geplant. Noch am selben
Sonntag werde ich ein Boot besteigen, um auf und am Chamosee
die Pelikane, Fischadler, Kraniche aber auch die Krokodile
und Hipos (Flusspferde) zu beobachten.
Äthiopisches Seengebiet im Rift Valley (Großer
Grabenbruch)
Von Norden gesehen reiht sich See an See wie Glasperlen an
einer Schnur. Ein Gebiet stiller Schönheit sind die sieben
Seen im Rift Valley. An ihren Ufern und auf ihren Inseln nisten
einige der schönsten unter den 833 Arten, die Äthiopien
zu einem Vogelparadies machen. Da liegt der Zwai-See mit seiner
Flusspferdbucht und seinen Seeadlern. Dort der Langano-See,
wo man schwimmen und wasserskifahren oder sich auf dem schwarzen
oder gelben vulkanischen Sand an der Sonne bräunen kann.
Im seichten und salzigen Abiata-See sind roas Flamingos zu
Tausenden zu Hause. Daneben aber auch noch Hunderte von weiteren
Wasservogelarten.
Der klare Shalla-See bildet, zusammen mit dem Abiata-See,
einen Teil des neu geschaffenen Rift-Valley-Nationalparks.
Auf seinen kleinen Inseln siedeln ganze Kolonien von grossen
weissen Pelikanen, Adims-Störchen und heiligen Ibissen.
Am Awasa-See jagt der Riesenreiher, der grösste auf der
Welt, seine Beute. Am Abaya- und am Chamo-See kann man sich
dem Fischen widmen. Vielleicht geling es, einen Nil-Barsch
von vielleicht 180 Kilo an Land zu ziehen.
Gar nicht weit davon weg, im östlichen Hochland, ist
die Luft schon spürbar dünner. Und noch dünner
gesät sind die Tiere: Bald wird auch die Gegend von Bale
zum Nationalpark erklärt. Dort hat majestätische
Berg-Nyala, das man nur noch in Äthiopien findet, seine
letzte Zukunft gefunden. Hier sind auch der Semienfuchs und
der Menelik-Buschbock zu Hause. |
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| Ein Abstecher mit dem Flugzeug nach Arba
Minch beginnt immer in Addis Ababa. Was liegt da näher,
als am Vorabend des frühen Abflugs noch ein traditionelles
äthiopisches Lokal wie das „Yod Abyssinia“
zu besuchen. Neben ausgezeichneten einheimischen Speisen erfreut
es den Gast, Gesangsdarbietungen mit amharischen Liedern zu
geniessen oder Tänzen zuzusehen, bei denen die Bewegung
der Schultern eine dominante Rolle spielt. Neben der Bühne
darf eine Anrichte für die „äthiopische Kaffeezeremonie“
natürlich mit attraktiver Dame, nicht fehlen |
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